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Sonntagsmatinée in der Bibliothek

Die Komponistinnen im 17. Jahrhundert – Frauen im Männerberuf

Konzert

So., 12.12.2021

11:30 Uhr

Die Johannes a Lasco Bibliothek lädt am Sonntag, dem 12. Dezember, zur „Sonntagsmatinée in der Bibliothek“ ein. Im Fokus des Konzerts, das sich des Themas „Die Komponistinnen im 17. Jahrhundert - Frauen im Männerberuf“ annimmt, stehen Vokal- und Instrumentalwerke von Barbara Strozzi (1619-1677), Isabella Leonarda (1620-1704) und Élisabeth Jacquet de La Guerre (1665-1729).

Die musikalische Sprache von Barbara Strozzi war für das Zeitalter des Frühbarocks überaus innovativ. Um dem Text mehr Nachdruck zu verleihen, setzte sie in ihren Kompositionen Höhepunkte mit langanhaltenden melodischen Dissonanzen, dramatischen Pausen und ausdrucksstarken Verzierungen ein. Dass sie ihre Werke in persönlichen Sammlungen herausbrachte und nicht etwa zusammen mit anderen Komponisten, weicht von der regulären Praxis jener Epoche ab. Schon bei der Zahl der Veröffentlichungen – neun gedruckte Bände – übertrifft sie ihre Zeitgenossen. Ungewöhnlich für die Zeit ist auch, dass sie fast ausschließlich säkulare Werke schrieb.

Isabella Leonarda verbrachte hingegen die meiste Zeit ihres Lebens im Kloster und veröffentlichte dort über 200 Einzelstücke in 20 Sammlungen, vornehmlich geistliche Solomotetten. Die von ihr hinterlassenen Instrumentalwerke – elf Triosonaten und eine Solosonate – sind eine der ersten von einer Frau veröffentlichten Instrumentalkompositionen.

Élisabeth Jacquet de La Guerre war schließlich die erste Komponistin Frankreichs, die eine Oper komponierte, die an der Opéra Paris aufgeführt wurde. Außerdem hinterließ sie viele säkulare Vokalkantaten und Instrumentalwerke, die einige bemerkenswerte stilistische Besonderheiten aufweisen, so z.B. solistische Führung der Cellostimme, die Bevorzugung langsamer Schlusssätze und auffallend kontrastreiche harmonische Wendungen.

In jedem Fall sind das drei Komponistinnen des 17. Jahrhunderts, deren herausragendes musikalisches Talent nur noch von ihrer schieren Entschlossenheit, Ausdauer, ihrem unabhängigen Geist und innovativer musikalischer Sprache übertroffen wurde. Atypisch für die Zeit veröffentlichten sie ihre Werke unter ihren eigenen Namen – und nicht unter männlichen Pseudonymen. Somit waren sie Frauen im Männerberuf, deren Werke ursprünglich nur in privaten Kreisen gespielt wurden, während Kompositionen ihrer männlichen Kollegen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich waren. Die Werke dieser ersten Komponistinnen des 17. Jahrhunderts werden nun in der „Sonntagsmatinée in der Bibliothek“ erklingen.

Die Komponistinnen des 17. Jahrhunderts – Frauen im Männerberuf

Programm

Élisabeth Jacquet de La Guerre (1665-1729)

Triosonate in B-Dur, op. 2

Traversflöte, Violine und b.c.

 

Isabella Leonarda (1620-1704)

Kantate „Surge ò felix anima“

Sopran und b.c.

 

Isabella Leonarda

Sonata duodecima, op. 16

Violine und b.c.

 

Barbara Strozzi (1619-1677)

Lamento „Lagrime mei“, op. 7

Sopran und b.c.

 

Élisabeth Jacquet de la Guerre

Sonate in A-Dur, op.6

Traversflöte und b.c.

 

Isabella Leonarda

Motette „ Quam dulcis es“, op. 13

Sopran, Traversflöte, Violine und b.c.

 

Ausführende:

Vilma Pigagaite, Sopran

Leevke Hinrichs, Traversflöte

Andrea Seeger, Barockvioline

Renate Mundi, Viola da Gamba

Roxana Neacsu, Cembalo